Melden Sie sich für unseren Newsletter an und erhalten Sie regelmäßige Updates mit spannenden Neuigkeiten und interessanten Informationen - direkt in Ihr Postfach!
Gaslöschanlage im Serverraum: Technik, Normen und Planung
Warum eine Gaslöschanlage im Serverraum eingesetzt wird
Ein Brand im Serverraum beginnt oft unscheinbar – an einem Netzteil, einer überlasteten Leitung, einem Kabelkanal. Rauch und Korrosionsgase verursachen dabei häufig mehr Schaden als die Flamme selbst: Ausfallzeiten, Datenverluste und hohe Wiederherstellungskosten. Eine Gaslöschanlage im Serverraum schützt IT-Infrastruktur rückstandsfrei. Das Ziel: Brand in der Frühphase unterdrücken, Hardware erhalten, schnelle Wiederinbetriebnahme ermöglichen. Schrack Seconet liefert dabei die Brandmeldeanlage (BMA) als Steuerungs- und Integrationszentrale, die über definierte Schnittstellen die Auslösung und Ansteuerung der Löschanlage übernimmt.
Warum Wasser im Serverraum keine Option ist
Sprinkler- oder Sprühwassersysteme sind für viele Gebäudebereiche bewährt. In IT-Umgebungen verursacht Wasser jedoch Kurzschlüsse, korrodiert Kontakte und zerstört Datenträger. Die Sekundärschäden übersteigen den eigentlichen Brandschaden oft erheblich – und die Wiederherstellung dauert Wochen. Für Serverräume und Rechenzentren eignen sich deshalb wasserfreie Löschprinzipien auf Gasbasis, die elektrische Anlagen nicht zusätzlich schädigen.
Löschgase im Überblick: Chemische Löschmittel vs. Inertgase
Chemische Löschmittel (z. B. Novec 1230, FM-200)
Chemische Löschmittel wie Novec 1230 oder FM-200 löschen durch Wärmeentzug und chemische Inhibierung der Verbrennungsreaktion. Sie gelten als „Clean Agents" – rückstandsfrei und elektrisch nicht leitend. Vorteile: kompakte Lagerung, schnelle Flutung. Planerisch sind Konzentrationsnachweise, Raumdichtheit und regelmäßige Wartung entscheidend.
Inertgase (z. B. Inergen, Argon, Stickstoff)
Eine Inergen-Löschanlage oder vergleichbare Inertgassysteme senken den Sauerstoffgehalt im Schutzbereich auf ein Niveau, das Verbrennung stoppt. Die Systeme werden in der Regel so ausgelegt, dass die Sauerstoffkonzentration für Personen vertretbar bleibt – die konkrete Auslegung ist jedoch immer objektspezifisch zu planen. Inertgase sind natürliche Bestandteile der Luft, hinterlassen keine Rückstände und unterliegen keinen regulatorischen Beschränkungen.
So funktioniert die Auslösung: Detektion, Logik, Vorwarnzeit und Raumabdichtung
Zweimelder-Abhängigkeit und Vorwarnzeit
Eine Löschanlage im Serverraum löst nicht auf ein einzelnes Signal aus. Die Zweimelder-Abhängigkeit verlangt zwei unabhängige Detektionssignale, bevor die Löschfreigabe erfolgt. Das minimiert Fehl- und Täuschungsalarme. Vor der Flutung läuft eine Vorwarnzeit, die Personen zur Räumung und Verantwortliche zur Lagebeurteilung nutzen. Abbruch- und Haltefunktionen sind normativ vorgesehen (vgl. EN 12094-1) und gehören zum Standardkonzept.
Raumabdichtung und Druckentlastung
Ohne ausreichende Raumdichtheit kann die Löschkonzentration nicht gehalten werden – die Flutung bleibt wirkungslos. Typische Planungsbausteine: Dichtheitsprüfung (z. B. Door-Fan-Test), Abdichtung von Kabeldurchführungen und Leckagepfaden sowie Druckentlastungsklappen, die den Überdruck bei Flutung kontrolliert abbauen.
Die BMA als Steuerungszentrale der Löschanlage – Integration Schrack Seconet
Ohne zuverlässige Detektion löst keine Löschanlage korrekt aus. Die Brandmeldezentrale Schrack Seconet Integral EvoxX übernimmt als modulare Plattform die Detektion, Alarmierung und Ansteuerung der Löschanlage über definierte Schnittstellen und Logiken. Für die Löschansteuerung stellt das System – abhängig von Konfiguration und Bestückung – Funktionen bereit, wie sie normativ (z. B. nach EN 12094-1) für Löschsteuerzentralen gefordert sind: Freigabelogik, Vorwarnsteuerung, Abbruchfunktionen, überwachte Ausgänge, Ereignisprotokollierung und Anbindung an Gebäudeleittechnik.
Die konkreten Funktionen, verfügbaren Module und Schnittstellen richten sich nach der jeweiligen Gerätekonfiguration und länderspezifischen Zulassung. Die Integral EvoxX ist in Projekten wie LUMI als Steuerungs- und Integrationszentrale im Einsatz. Für projektspezifische Anforderungen empfehlen wir die direkte Abstimmung mit unserem Technik-Team.
Normen und Richtlinien für die Planung von Gaslöschanlagen
- DIN EN 15004: Anforderungen an ortsfeste Gaslöschanlagen – Auslegung, Sicherheit, Prüfung.
- VdS 6003: Richtlinie für Planung, Einbau und Betrieb von Gaslöschanlagen.
Empfehlung: Stimmen Sie frühzeitig mit Errichter, Sachverständigen und Versicherer ab, um Nachweispflichten und Betreiberanforderungen sauber zu erfüllen.
Planungs-Checkliste: Welche Informationen Sie für ein Löschkonzept benötigen
- Schutzbereich: Serverraum, mehrere Räume, Doppelboden, Zwischendecke?
- Raumvolumen und Dichtheitsstatus (Leckagepfade bekannt?)
- Personenbelegung und Aufenthaltszeiten
- IT-Lasten, Klimatisierung, Luftführung
- Erforderliche Abschaltungen: RLT-Anlage, Stromkreise, Türfreigaben
- Detektionskonzept: Ansaugrauchmelder oder Punktmelder?
- Alarmierungsstrategie und Räumungskonzept
- Schnittstellen: BMA ↔ Löschanlage, Gebäudeleittechnik, Türsteuerung
- Wartungs- und Servicekonzept, Wiederbefüllung
- Regulatorische Zielsetzung: F-Gas-/PFAS-Risiko als Entscheidungskriterium
FAQ zur Gaslöschanlage im Serverraum
Welches Löschgas ist für unseren Serverraum am sinnvollsten?
Die Wahl hängt von mehreren Faktoren ab: Personennutzung des Raums, Dichtheit, Lifecycle-Kosten und regulatorische Zukunftssicherheit. Bei Neuanlagen setzen viele Betreiber auf Inertgas, um langfristig planbar zu bleiben.
Ist eine Gaslöschung für Personen im Raum sicher?
Gaslöschanlagen werden nach Norm so ausgelegt, dass die Löschkonzentration definierte Sicherheitsgrenzen einhält. Personensicherheit wird über Vorwarnzeit, Alarmierung und ein Räumungskonzept sichergestellt – die konkrete Auslegung ist immer projektspezifisch.
Was passiert nach einer Auslösung?
Rückstandsfreie Löschgase ermöglichen grundsätzlich eine zügige Wiederinbetriebnahme. Entscheidend sind Ursachenanalyse, Freigabe durch Verantwortliche und Prüfung der betroffenen Systeme.
Braucht jede Gaslöschanlage eine Brandmeldeanlage?
Ja. Die BMA liefert die Detektion, verarbeitet die Auslöselogik, steuert Vorwarnung und Alarmierung und gibt die Löschfreigabe. Ohne BMA fehlt die zuverlässige Entscheidungsgrundlage für die Auslösung.
Nächster Schritt: Beratung zu Löschkonzept und BMA-Integration
Ob Neubau oder Modernisierung – die Abstimmung zwischen Detektionskonzept, Löschanlage und Gebäudetechnik entscheidet über die Wirksamkeit des Gesamtsystems. Wir unterstützen Sie bei der Schnittstellenklärung, der normkonformen Auslöselogik und der Integration der Löschanlage über die Brandmeldezentrale.
Lassen Sie uns die Rahmenbedingungen klären – senden Sie uns Ihre Eckdaten, und wir skizzieren die nächsten Schritte.
Weiterführende Informationen:
Referenzen
Wer bereits auf uns vertraut
Blog
Fire Alarm
Weitere Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Schrack Seconet AGEibesbrunnergasse 18 | Support für Kunden |
